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11. August 2010
Fassbar

"Haptische Verkaufshilfen"  - das hört sich ein bisschen an wie eine kassenärztliche Verordnung, wie Seh- oder Gehhilfen auf Rezept. Tatsächlich jedoch handelt es sich hierbei um Gegenstände, die Abstraktes greifbar und sichtbar und somit konkret machen sollen.

 

  • Vorsorgetaler, die dem Kunden erst in die Hand gegeben, von ihm gespürt - und wieder abgenommen werden. Das Gewicht suggeriert Wert, das Wegnehmen Wertverlust.
  • Oder Riesterscheine, die einen höheren Wert aufgedruckt haben als ihre realen Kollegen.
  • Das haptische Haus, das aus vielen Holzklötzchen-Einzelteilen wie Bausparer, Kredit, Grunderwerbssteuer etc besteht. Das aber auch in sich zusammenstürzen kann, wenn z.B. der Kreditnehmer arbeitslos wird und eine Kreditv- oder Berufsunfähigkeitsversicherung fehlt.

Aber egal was zur Visualisierung genommen wird, das Ziel ist es jeweils, dem Kunden Defizite oder mögliche Gewinne zu visualisieren. Und ihn somit zum Handeln, wie z.B. zum Abschluss einer Versicherung oder eines Sparplans, zu bewegen.

Was mir nicht so gut daran gefällt ist, dass in den meisten Fällen Angst geschürt und damit gearbeitet wird. Das geht scheinbar so weit, dass sich manche Leute gar nicht trauen, solche "Verkaufshilfen" überhaupt anzufassen.

 

Dennoch: Kreativ und interessant ist's trotzdem!

Und wegschauen nützt nun mal nix!

 
 
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